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19.06.2026

Würzburger Schüler kochen sich um die Welt

Schülerfirma „Löwenbäcker" der Mönchbergschule begeistert Landtagsabgeordneten Björn Jungbauer

Lángos aus Ungarn, Varenyky aus der Ukraine und Onigiri aus Japan – wer die besondere Pause an der Mönchbergschule Würzburg verbrachte, reiste kulinarisch um die Welt. Die seit 2024 bestehende Schülerfirma „Löwenbäcker" verwandelte den Schulflur in einen internationalen Marktplatz. Stimmkreisabgeordneter Würzburg Land und Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultur Björn Jungbauer (CSU) ließ es sich nicht nehmen, persönlich vorbeizuschauen – und erlebte, was Mittelschule in Würzburg wirklich bedeutet.



Internationale Spezialitäten und informative Gespräche gab es bei der Schülerfirma „Löwenbäcker“ mit MdL Björn Jungbauer an der Mönchbergschule. Bild: Büro Jungbauer/Matthias Ernst
Jungbauer war bereits zur Eröffnung der Schülerfirma zu Gast und hatte damals versprochen wiederzukommen. Dieses Versprechen löste er nun ein – begleitet von weiteren geladenen Gästen. Was er antraf, übertraf seine Erwartungen sichtlich. „Ich komme hierher, weil ich sehen will, was wirklich passiert – nicht auf dem Papier, sondern im Alltag dieser Schule. Und was ich heute erlebt habe, hat mich tief beeindruckt", sagte Jungbauer. „Diese jungen Menschen arbeiten hier auf einem Niveau, das man so nicht unbedingt erwartet – und das sage ich mit dem größten Respekt."

Unter dem Motto „Snack dich um die Welt" entwickelten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Projektprüfungsvorbereitung ein vollständiges internationales Verkaufskonzept. Jedes Team wählte ein Land, kalkulierte Kosten, kaufte Zutaten ein, gestaltete Werbematerialien und bereitete die Speisen eigenständig zu. Dass Gerichte aus Ungarn, Rumänien, der Ukraine und Japan auf dem Speiseplan standen, war kein Zufall – viele Schülerinnen und Schüler brachten persönliche Bezüge zu diesen Ländern mit.
Genau das macht die Mönchbergschule besonders: Als Mittelschule mit hohem Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrations- und Fluchthintergrund leistet sie täglich wertvolle Integrationsarbeit – und wird dafür öffentlich viel zu selten gewürdigt. Für Jungbauer ist das ein zentrales Anliegen. „Die Mittelschule ist das Rückgrat der Integration in unserem Land. Hier wird nicht über Integration geredet – hier wird sie tagtäglich gelebt und gestaltet. Das verdient weitaus mehr Anerkennung", betonte der Abgeordnete.
Schulleiter Alban Schraut sieht in der Schülerfirma ein Paradebeispiel für gelungenes Praxislernen. „Unsere Schülerinnen und Schüler erfahren echte Konsequenzen – wenn die Kalkulation nicht stimmt, fehlt Geld. Wenn die Werbung nicht anspricht, kommen keine Kunden. Und es verbindet Menschen unterschiedlichster Herkunft auf ganz natürliche Weise", so Schraut.
Klassenlehrerin Maike Eder ergänzt: „Was diese Schülerinnen und Schüler leisten, geht weit über das Kochen hinaus. Besonders jene, die mit der deutschen Sprache noch ringen, finden hier einen Weg, sich einzubringen und echte Anerkennung zu erfahren. Es ist wunderbar zu sehen, wie sie dabei über sich hinauswachsen."
Nach dem Verkauf nahm sich Jungbauer ausgiebig Zeit für Gespräche mit den Jugendlichen, die selbstbewusst von Teamarbeit, Kalkulation und gemeisterten Rückschlägen berichteten. „Ich hatte heute Gespräche mit jungen Menschen, die mir erklärt haben, wie man kalkuliert und warum Verlässlichkeit wichtig ist. Das ist Lebenskompetenz – und die wird hier vermittelt. Das nehme ich mit nach München", sagte der Abgeordnete. Er wünschte den „Löwenbäckern“ bei den anstehenden Prüfungen viel Erfolg „Ich bin begeistert, wie ihr euch auch dank der starken Unterstützung von Mareike Eder entwickelt habt“. Für die „Löwenbäcker" ist „Snack dich um die Welt" erst der Anfang. Mexiko, Marokko und Vietnam stehen bereits auf der Wunschliste.